Es gibt Phasen in einer Saison, da läuft einfach alles gegen einen. Genau in solch einer Situation scheint sich der VfL Wolfsburg derzeit zu befinden. Während die sportlichen Leistungen ohnehin für Diskussionen sorgen, kommt nun auch noch eine wachsende Verletztenliste hinzu, die sich liest wie ein schlechtes Drehbuch.
Der schwerwiegendste Fall ist sicherlich Moritz Jenz. Sein Muskelbündelriss war bereits bekannt – und dennoch merkt man erst jetzt so richtig, wie elementar wichtig seine Präsenz für die Stabilität der Defensive gewesen ist. Als Abwehrchef eingeplant, fehlt er dem Team nicht nur körperlich auf dem Platz, sondern auch als Organisator in brenzligen Momenten.
Dazu kommt nun Adam Daghim, der sich im Spiel gegen Bremen verletzt hat. Ein bitterer Rückschlag für einen Spieler, der gerade erst dabei war, sich im Team festzubeißen und neue Impulse zu setzen. Wieder verliert der VfL eine Option, die frischen Wind hätte bringen können.
Auch Amoura sorgt für gemischte Gefühle. Er musste die Reise mit seiner Nationalmannschaft abbrechen – angeschlagen. Zwar besteht Hoffnung, dass er gegen Leverkusen wieder einsatzfähig ist, doch die Frage bleibt: Wie fit wird er wirklich sein? Und kann er in seiner Rolle den Unterschied machen, den man sich so dringend von ihm erhofft?
Bence Dardai plagen Knieprobleme – und Knieverletzungen sind im Fußball immer ein Alarmzeichen. Auch wenn die Schwere noch nicht endgültig einzuschätzen ist, könnte der junge Spieler länger fehlen. Jeder Ausfall in der Zentrale reißt ein weiteres Loch in eine ohnehin schon wacklige Balance zwischen Offensive und Defensive.
Doch wo Schatten ist, gibt es manchmal auch einen kleinen Lichtstrahl: Yannick Gerhardt und Lovro Majer stehen offenbar vor ihrer Rückkehr. Und ja – das macht Hoffnung. Majer könnte endlich wieder Struktur ins offensiv-kreative Spiel bringen, während Gerhardt mit seiner Erfahrung und Laufstärke Stabilität verleiht. Ob beide schon direkt wieder voll belastbar sind, bleibt allerdings abzuwarten.
Fazit:
Es läuft momentan alles andere als rund. Verletzungen gehören zum Fußball dazu – keine Frage. Aber die Häufung, die Ausfälle in Schlüsselbereichen und die ohnehin fragile sportliche Lage des VfL machen diese Phase besonders brisant.
Die Mannschaft steht vor einem echten Charaktertest. Es wird darauf ankommen, wie gut die Ersatzspieler ihre Chancen nutzen und ob das Team es schafft, die Ausfälle gemeinsam aufzufangen. Mit Leverkusen wartet nun ausgerechnet ein Gegner, der jede Schwäche gnadenlos bestraft.
Doch genau jetzt braucht es Zusammenhalt, Kampfgeist – und vielleicht auch ein wenig Glück, damit die Wölfe nicht weiter ins Stolpern geraten.

