Der häufige Vorwurf lautet sinngemäß:

„Bei Volkswagen müssen Menschen gehen, aber für den VfL sind plötzlich Millionen für Fußballspieler vorhanden.“

Das klingt emotional nachvollziehbar, vermischt wirtschaftlich aber mehrere völlig unterschiedliche Dinge. Man muss zwischen Volkswagen als Autohersteller, Volkswagen als Eigentümer und Sponsor sowie der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH als eigenständigem Unternehmen unterscheiden.

1. Volkswagen überweist nicht für jeden Transfer einfach Geld aus der Lohnkasse

Die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH gehört zu 100 Prozent Volkswagen. VW ist damit nicht nur Trikotsponsor, sondern Eigentümer des gesamten Profifußballunternehmens. Der VfL besitzt eine eigene Geschäftsführung, einen eigenen Etat, eigene Verträge, eigene Einnahmen und eigene Ausgaben. Volkswagen ist Hauptsponsor und trägt als Eigentümer zusätzlich das wirtschaftliche Risiko.

Das bedeutet: Wenn der VfL einen Spieler verpflichtet, wird die Ablöse nicht unmittelbar aus dem Lohnbudget eines VW-Werkes bezahlt. Der Transfer läuft über den Haushalt und die Bilanz der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH.

Natürlich besteht am Ende eine finanzielle Verbindung zu VW. In der Saison 2024/25 machte der VfL beispielsweise einen Verlust von rund 12,7 Millionen Euro, der nach Angaben der WAZ durch Volkswagen ausgeglichen wurde. Deshalb wäre es genauso falsch zu behaupten, der VfL habe mit VW finanziell überhaupt nichts zu tun.

Der entscheidende Punkt lautet aber:

Der VfL ist kein fremder Verein, dem VW aus reiner Freundlichkeit Geld schenkt, sondern eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Konzerns.

2. Ein Sparprogramm bedeutet nicht, dass Volkswagen überhaupt kein Geld mehr ausgeben darf

Volkswagen spart nicht, weil morgen die Insolvenz droht. Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 321,9 Milliarden Euro, ein operatives Ergebnis von 8,9 Milliarden Euro und einen Netto-Cashflow von 6,4 Milliarden Euro im Automobilbereich. Das Problem liegt vor allem in der stark gesunkenen Profitabilität: Das operative Ergebnis lag 53 Prozent unter dem Vorjahr, die operative Umsatzrendite betrug nur noch 2,8 Prozent.

Deshalb sollen Strukturen verschlankt, Produktionskapazitäten angepasst und Kosten dauerhaft reduziert werden. Volkswagen strebt bis 2030 jährliche Nettoeinsparungen von mehr als sechs Milliarden Euro an. Konzernweit sollen bei Volkswagen, Audi, Porsche und CARIAD rund 50.000 Stellen wegfallen, davon etwa 35.000 bei der Volkswagen AG – nach den bisherigen Vereinbarungen überwiegend über sozialverträgliche Instrumente und langfristige Abgänge.

Ein Sparprogramm heißt jedoch nicht:

„Ab sofort darf kein Euro mehr für Werbung, Forschung, Entwicklung, Motorsport, Sponsoring oder Beteiligungen ausgegeben werden.“

Ein Unternehmen muss auch während eines Sparprogramms weiter investieren. VW entwickelt schließlich weiterhin Autos, Software, Batterien und neue Technologien. Genauso werden Marketingaktivitäten nicht vollständig eingestellt. Entscheidend ist aus Unternehmenssicht, welche Ausgaben als strategisch sinnvoll angesehen werden.

Man kann darüber streiten, ob der VfL sein Geld in den vergangenen Jahren sportlich gut eingesetzt hat. Aber der grundsätzliche Vorgang, trotz Sparmaßnahmen weiterhin Geld für eine Unternehmensbeteiligung und Marketing auszugeben, ist kein ungewöhnlicher wirtschaftlicher Widerspruch.

3. Volkswagen hat beim VfL tatsächlich deutlich gekürzt

Der Eindruck, der VfL sei vom Sparprogramm überhaupt nicht betroffen, ist falsch.

Vor dem Abstieg soll Volkswagen beziehungsweise der gesamte VfL-Haushalt bei ungefähr 80 Millionen Euro pro Jahr gelegen haben. Nach dem Abstieg wurde laut übereinstimmenden Medienberichten eine Reduzierung auf ungefähr 55 Millionen Euro vorgesehen. Das entspricht einer Kürzung um etwa 25 Millionen Euro beziehungsweise rund 31 Prozent.

Das ist keine kleine symbolische Kürzung.

Außerdem sind diese 55 Millionen Euro nicht automatisch ein Transferbudget für die Herrenmannschaft. Aus diesem Gesamtbereich müssen unter anderem finanziert werden:

  • Männer- und Frauenfußball,
  • Nachwuchsleistungszentrum und Jugendmannschaften,
  • Trainer, Scouts, Ärzte und sonstiges Personal,
  • Spielbetrieb und Reisen,
  • Verwaltung und Infrastruktur,
  • Gehälter, Prämien und Transferkosten.

Medienberichte weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Kürzungen auch den Frauenfußball, den Nachwuchs und die Infrastruktur treffen.

Der VfL besitzt also weiterhin außergewöhnlich viel Geld für einen Zweitligisten – aber deutlich weniger als vorher.

4. „20 Millionen Euro für Transfers“ bedeuten nicht 20 Millionen Euro Kosten in einer Saison

Seit dem Abstieg hat der VfL bis zum 23. Juli 2026 acht neue Spieler für zusammen mehr als 20 Millionen Euro verpflichtet. Gleichzeitig umfasst der Kader aktuell noch etwa 38 Spieler und soll bis zum Ende der Transferperiode deutlich verkleinert werden.

Bei Transfermeldungen entsteht oft ein falsches Bild: Man addiert sämtliche Ablösesummen und behandelt das Ergebnis so, als müsse der Verein den gesamten Betrag sofort als Jahreskosten verbuchen.

Dabei müssen drei Ebenen getrennt werden:

Die Ablösesumme

Das ist der vereinbarte Preis für die Spielerregistrierung. Sie kann sofort, in mehreren Raten oder teilweise abhängig von späteren Boni bezahlt werden.

Der tatsächliche Geldfluss

Ein Transfer über sechs Millionen Euro kann beispielsweise in drei Raten zu je zwei Millionen Euro bezahlt werden. Die genaue Gestaltung ist Teil des Vertrags zwischen den Vereinen und meist nicht öffentlich.

Die Belastung in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Nach den für die Klublizenzierung maßgeblichen Rechnungslegungsregeln können Transferkosten als immaterieller Vermögenswert aktiviert und über die Vertragslaufzeit abgeschrieben werden – maximal über fünf Jahre.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Ein Spieler kostet sechs Millionen Euro und unterschreibt für fünf Jahre. Dann entstehen aus der Ablöse bilanziell ungefähr 1,2 Millionen Euro Aufwand pro Jahr. Hinzu kommen sein Gehalt, mögliche Prämien, Handgeld und Vermittlerkosten.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass der Spieler nur 1,2 Millionen Euro kostet. Der Verein hat weiterhin eine Verpflichtung über sechs Millionen Euro. Die Belastung verteilt sich jedoch über mehrere Jahre und möglicherweise auch über mehrere Zahlungsraten.

Nimmt man rein beispielhaft 20 Millionen Euro Transferausgaben und eine durchschnittliche Vertragsdauer von vier Jahren, entspräche das ungefähr fünf Millionen Euro jährlicher Abschreibung – nicht sofort 20 Millionen Euro Jahresaufwand. Dazu kommen allerdings Gehälter und Nebenkosten.

5. Verkäufe können die bisherigen Ausgaben deutlich relativieren

Der aktuelle Kader ist mit ungefähr 38 Spielern zu groß. Der VfL plant deshalb weitere Abgänge. Langfristige Verträge haben dabei einen Vorteil: Interessierte Vereine müssen Ablösen bezahlen, anstatt die Spieler einfach kostenlos verpflichten zu können.

Auch hier ist die Bilanzierung wichtig.

Beispiel:

Ein Spieler wurde für zehn Millionen Euro verpflichtet und über fünf Jahre abgeschrieben. Nach drei Jahren beträgt sein verbliebener Buchwert noch ungefähr vier Millionen Euro. Wird er anschließend für 15 Millionen Euro verkauft, entsteht bilanziell ein Transfergewinn von rund elf Millionen Euro.

Nach den UEFA-Rechnungslegungsregeln ergibt sich der Gewinn aus einem Spielerabgang aus dem Verkaufserlös abzüglich des noch vorhandenen Buchwertes.

Damit kann ein einziger guter Verkauf den jährlichen Aufwand mehrerer neuer Verpflichtungen ausgleichen.

Deshalb ist eine Transferperiode erst nach deren Ende vernünftig zu bewerten. Entscheidend ist nicht nur:

„Wie viele Millionen wurden ausgegeben?“

Sondern:

„Wie hoch sind Einnahmen, Ausgaben, Gehälter, Abschreibungen und die gesamte Nettobelastung?“

6. Viele neue Spieler bedeuten nicht automatisch einen maßlosen Luxuseinkauf

Acht Neuzugänge für insgesamt etwas mehr als 20 Millionen Euro entsprechen im Durchschnitt etwas mehr als 2,5 Millionen Euro pro Spieler. Die tatsächlichen Beträge verteilen sich natürlich sehr unterschiedlich, aber es handelt sich nicht um acht Spieler, die jeweils 20 Millionen Euro kosten.

Nach einem Abstieg muss häufig nicht nur die Qualität, sondern auch die Struktur eines Kaders verändert werden. Manche Spieler möchten den Verein verlassen, andere sind zu teuer, passen nicht zur neuen Liga oder haben sportlich nicht funktioniert.

Gleichzeitig benötigt eine Mannschaft in der 2. Bundesliga andere Eigenschaften:

  • Robustheit und Zweikampfstärke,
  • Erfahrung mit engen Spielen,
  • Spieler, die mit tiefstehenden Gegnern umgehen können,
  • Mentalität für 34 Spiele als Aufstiegsfavorit,

ausreichend Qualität trotz möglicher Abgänge.

Der VfL kauft daher nicht ausschließlich zusätzliche Spieler. Er baut den Kader um. Erst wenn die geplanten Verkäufe abgeschlossen sind, lässt sich erkennen, wie viele Spieler tatsächlich zusätzlich finanziert werden müssen.

7. Warum ein hoher Etat für den direkten Wiederaufstieg wirtschaftlich sinnvoll sein kann

Der Abstieg kostet einen Verein über mehrere Bereiche hinweg Geld: geringere Medienerlöse, schwächere Sponsoringmöglichkeiten, geringere internationale Sichtbarkeit, möglicherweise niedrigere Ticket- und Hospitality-Einnahmen sowie sinkende Marktwerte einzelner Spieler.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann es deshalb sinnvoller sein, einmal gezielt in einen aufstiegsfähigen Kader zu investieren, anstatt den Etat so stark zu kürzen, dass der Verein mehrere Jahre in der 2. Bundesliga bleibt.

Das ist eine Risikorechnung:

Variante A: Der VfL spart sofort sehr hart, verliert sportliche Qualität und bleibt möglicherweise mehrere Jahre zweitklassig.

Variante B: Der VfL behält einen außergewöhnlich hohen Zweitliga-Etat, investiert in passende Spieler und versucht, innerhalb eines Jahres wieder aufzusteigen.

Variante B ist teurer und garantiert keinen Erfolg. Ein direkter Wiederaufstieg könnte für Volkswagen und den VfL langfristig trotzdem günstiger sein als zwei, drei oder vier Jahre Zweitklassigkeit.

Genau darin liegt der Sinn des aktuellen Kaderumbaus: Der VfL soll nicht irgendwie durch die 2. Bundesliga kommen, sondern möglichst schnell wieder aufsteigen.

8. Für Volkswagen ist der VfL nicht nur Fußball, sondern auch Marketing

Volkswagen erhält für sein Engagement konkrete Gegenleistungen: Trikotpräsenz, Stadionnamensrechte, Werbeflächen, Medienpräsenz, Veranstaltungen, Kundenkontakte und regionale Markenbindung.

Besonders die erfolgreiche Frauenmannschaft hat das Volkswagen-Logo in der Champions League international sichtbar gemacht. VW-Verantwortliche verweisen außerdem auf die Bedeutung des VfL für Jugend, Frauenfußball, Stadt, Region und die Identifikation der Beschäftigten.

Fußballsponsoring ist deshalb aus Sicht eines Konzerns kein reines Geschenk. Es gehört zum Marketing und zur Markenpflege. Ob der Gegenwert tatsächlich 55 oder 80 Millionen Euro rechtfertigt, darf selbstverständlich kritisch hinterfragt werden.

Aber selbst Volkswagen erklärt bei anderem Fußballsponsoring ausdrücklich, dass solche Partnerschaften genutzt werden, um unter anderem die Bekanntheit eigener Fahrzeugmodelle zu erhöhen.

9. Die Größenordnung muss eingeordnet werden

Die berichteten 55 Millionen Euro entsprechen rechnerisch ungefähr:

0,017 Prozent des Volkswagen-Konzernumsatzes von 321,9 Milliarden Euro,
0,62 Prozent des operativen Ergebnisses von 8,9 Milliarden Euro,
weniger als einem Prozent des angestrebten jährlichen Einsparvolumens von mehr als sechs Milliarden Euro.

Die Berechnung basiert auf den veröffentlichten Volkswagen-Zahlen und dem berichteten VfL-Etat.

Das macht 55 Millionen Euro nicht bedeutungslos. Es zeigt aber, dass der VfL nicht die Ursache der strukturellen Probleme bei Volkswagen ist.

Selbst eine komplette Einstellung der VfL-Unterstützung würde die Milliardenprobleme bei Produktionskosten, Überkapazitäten, Software, Entwicklung, China-Geschäft und Konzernstrukturen nicht lösen.

10. Der VfL kann trotzdem nicht grenzenlos Geld ausgeben

Auch ein von Volkswagen abgesicherter Verein unterliegt den Regeln der DFL. Für die Teilnahme an Bundesliga und 2. Bundesliga muss die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden. Die DFL prüft unter anderem Bilanzen, Planungen, Budgets und Verbindlichkeiten und kann Bedingungen oder Auflagen verhängen.

Seit Juli 2026 gelten zudem verbindliche Regeln zur Steuerung der Kaderkosten. Sie sollen sicherstellen, dass die Vereine im Einklang mit ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit handeln und keine übermäßigen Risiken eingehen. Diese Regeln gelten für Bundesliga und 2. Bundesliga.

Die Unterstützung durch Volkswagen verbessert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des VfL erheblich. Sie bedeutet aber nicht, dass der Verein völlig ohne Kontrolle beliebige Schulden anhäufen darf.

Was man durchaus kritisieren darf

Man darf kritisieren, dass der VfL mit hohen finanziellen Mitteln in den vergangenen Jahren zu wenig sportlichen Erfolg erzielt hat. Man darf fragen, ob einzelne Transfers, Gehälter oder Beraterkosten sinnvoll waren. Man darf auch nachvollziehen, dass es für Beschäftigte bitter wirkt, wenn über Stellenabbau gesprochen wird und gleichzeitig Fußballmillionen fließen.

Was jedoch sachlich nicht stimmt, sind Aussagen wie:

„Volkswagen entlässt Mitarbeiter, um davon neue VfL-Spieler zu kaufen.“

Oder:

„Der VfL hat 20 Millionen Euro ausgegeben, also fehlen Volkswagen sofort 20 Millionen Euro in der Kasse.“

Zwischen dem VW-Sparprogramm und einzelnen VfL-Transfers besteht kein solcher direkter Zusammenhang.

Das eigentliche Fazit

Volkswagen spart beim VfL bereits deutlich: Der berichtete Etat wurde nach dem Abstieg um ungefähr 31 Prozent reduziert. Trotzdem bleibt genug finanzielle Kraft, um einen Kader für den direkten Wiederaufstieg aufzubauen.

Die neuen Spieler werden aus dem gesamten VfL-Haushalt finanziert, nicht ausschließlich durch eine zusätzliche Sonderzahlung von Volkswagen. Transferkosten verteilen sich bilanziell über mehrere Jahre, werden teilweise in Raten bezahlt und können durch Spielerverkäufe ausgeglichen werden.

Volkswagen hält den VfL weiterhin für eine strategisch wichtige Tochtergesellschaft, ein Marketinginstrument und einen Teil der regionalen Identität. Ob das Engagement sportlich gut geführt wird, ist eine berechtigte Diskussion.

Dass Volkswagen während eines Sparprogramms überhaupt noch Geld in den VfL investiert, ist dagegen kein wirtschaftlicher Widerspruch.

Ich hoffe, dass nun endlich einige mal wach werden und den Sinn und Zweck verstehen. Die Analyse wurde durch ChatGPT erstellt. Sollten hierbei Fehler Eurerseits auftauchen, bitte ich um Aufklärung durch eine seriöse Quelle!